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Made in Germany

Die Formulierung „Made in Germany“ haben die Briten erfunden als es darum ging, deutsche Produkte auf dem Weltmarkt schlecht zu machen. Die Konkurrenz aus Old-Germany, insbesondere bei Textilprodukten, lag den Engländern schwer im Magen. Deshalb setzten sie international durch, dass Deutschland seine Produkte mit der o. g. Bezeichnung ausstatten musste. Doch der Schuss ging nach hinten los. Made in Germany wurde zum Verkaufsschlager. Auf viele Produkte deutscher Herkunft können wir zu Recht stolz sein. Das Wort „Weltniveau“ hat durchaus seine Berechtigung.

Bis in die 1980er Jahre hat Deutschland prächtig davon profitiert – bis zu dem Zeitpunkt, als England und besonders Amerika auch ein möglichst großes Stück vom Kuchen abhaben wollten. Man erfand die Globalisierung. China wurde zur verlängerten Werkbank Europas. Als die Mauer fiel und die billigen Produkte aus der DDR nicht mehr verfügbar waren, wurden weitere Märkte in Fernost erschlossen. Indien produziert heute nicht nur Billigtextilien für den westeuropäischen Markt, sondern auch Medikamente, wie wir in letzter Zeit schmerzlich feststellen mussten. Alle Warnungen, die besonders von uns aus dem Osten kamen, wurden mit einer kühnen Handbewegung in den Papierkorb befördert. Ihr habt ja keine Ahnung von der Marktwirtschaft, hieß es immer. Mag sein, aber wir haben Ahnung von der Mangelwirtschaft. Die konnten wir 40 Jahre lang studieren. Wir kannten auch die Ursachen für den wirtschaftlichen Niedergang. Wir wussten, dass es nichts bringt, wenn sich die Politik in die Wirtschaft einmischt, wenn von oben herunter bestimmt wird, was die Firmen zu produzieren haben, wenn Politbonzen sagen, was für die Bevölkerung gut und richtig ist, wenn Menschen entmündigt werden.

Karikatur von Ulrich Forchner, November 2025
Karikatur von Ulrich Forchner, November 2025

Genau an dieser Stelle befinden wir uns heute wieder. Die Bevölkerung im Westen hat es noch nicht begriffen, weil sie bisher keine  Planwirtschaft kannte. Aber jetzt ist es soweit. Die Bundesregierung gibt vor, wie wir in Zukunft zu leben haben. Sie mischt sich in die Produktpalette unserer Firmen ein, besonders bei der Automobilindustrie und sie forciert den Rückbau unserer Städte. Mit dem damit erreichten Platzmangel zwingt man die Bürger, ihre Autos abzuschaffen. Gemessen am Steueraufkommen, müssten wir eigentlich vergoldete Straßen haben. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Infrastruktur wurde jahrelang sträflich vernachlässigt und in vielen Wohnvierteln sieht der Straßenbelag wieder aus wie zu Ostzeiten. Wir brauchen wieder mehr „Made in Germany“ und weniger „Welt retten“ zu unseren Lasten! Stellt die Politik endlich vom Kopf auf die Füße. Die Zeit drängt!

Dass auch Ihre Welt, liebe Leser, auf den Füßen steht, hofft herzlichst

Ihr Jürgen Schneider
(schneiders-zeitblick@web.de)