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Historische Ansichten von Eutritzsch (146)

Berger’s Gasthof

1885 erhielt der Hölzerne Handweg den Namen Theresienstraße. Therese Grob, Ehefrau des Eutritzscher Fabrikanten Johann Matthäus Grob, wurde Namensgeberin. Die Petroleum-Motorenfabrik J. M. Grob & Comp. befand sich in der späteren Theresienstraße 2, heute Einkaufsmarkt „Lidl“. Bekannt wurde die Firma auch durch ihre patentierten mechanischen Musikwerke.

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Ab 1891 finden wir den Fuhrwerksbesitzer Carl August Berger als Eigentümer der Eutritzscher Fabrikstraße 4 (seit 2001 Magnusstraße). Hier wohnt auch Gerstenröstereibesitzer Carl Eidner (Kaffeerösterei C. A. Eidner). Anschließend, in Nummer 5, befindet sich das Eutritzscher Armenhaus, das in der DDR als Altenheim fungierte. Heute steht dieses sanierte Wohnhaus in offener Bebauung unter Denkmalschutz (s. Abbildung).

Anzeige: Bergers Gasthof, Dezember 1938
Anzeige: Bergers Gasthof, Dezember 1938

Um 1900 begann man auch die zu Alt-Leipzig gehörende Seite der Theresienstraße zu bebauen. 1899 noch im Bau, stellte Fuhrwerksbesitzer August Berger 1900 sein Haus Nr. 34 (heute Nummer 22) fertig. Im Parterre eröffnet am 8. April 1900 Berger’s Gasthof. Gastwirt Friedrich August Eschert wohnt mit seiner Familie in der ersten Etage, während August Berger in seinem Haus in der Katzbachstraße 17 lebt (Kriegsverlust, heute Lücke Haferkornstraße 17, s. Abbildung).

Bis in die 1950er Jahre erlebt Berger’s Gasthof weitere sieben Wirte: Paul Schulz (1909), Emil Fröhlich (1910) und nach dessen Tod seine Witwe Friederike (1926), Oswald Kitze (1927), Richard Wochatz (1930), Josef Leyens (1934) und Erich Wunderwald (1935).

1911 werden die Häuser des Fuhrwerks- und Gasthofbesitzers August Berger in der Schiebestraße fertig (Nummern 30, 32 und 34). Im Hof der Nummer 32 war die Metallwarenfabrik Gebr. Schiffmann, heute Domizil der Hofgemeinde Leipzig.

Berger wird 1914 Pächter des Ritterguts Mockau, Hauptstraße 11 (s. Abbildung). Die Geschicke in Eutritzsch führt Paul Berger (wohl sein Sohn) weiter. Er firmiert unter Fuhrgeschäft August Berger, Ausschachtung und Abbruchunternehmung. Nach August Bergers Tod 1918 wird Paul Berger auch Eigentümer der Theresienstraße 22 mit Berger’s Gasthof.

Die Bombardements des Zweiten Weltkrieges, besonders der schwere Luftangriff am 4. Dezember 1943, haben im Gegensatz zu anderen Häusern der Umgebung Berger’s Gasthof verschont. Noch in den 1950er Jahren finden wir Erich Wunderwald als Gastwirt. Ein Helmut Berger ist nach dem Krieg Geschäftsinhaber des Fuhrgeschäfts August Berger Kommanditgesellschaft, Theresienstraße 22.

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Um 1994 erfolgt dann der Abbruch des Hauses mit dem Gasthof. Der Neubau der Auto-Schneider GmbH & Co. KG erstreckt sich auf diesem Areal (Theresienstraße 20 und 22). Zuletzt soll der früher beliebte Gasthof ein Treff für Lehrer gewesen sein.

Ich danke Axel Junghanns für Hinweise zu diesem Beitrag!

Frank Heinrich